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Die Bauphase

Wir haben uns Anfang 2007 dazu entschieden, ein Haus zu bauen. Da ich mit dem Hausbau bis dahin nichts zu tun hatte, habe ich als Einstieg einige Bücher gelesen. Dies ist wahrscheinlich nicht die übliche Herangehensweise, aber ich bin froh, diesen Start gewählt zu haben. Denn in der Literatur ist im Zusammenhang mit energiebewußtem Hausbau oft das Passivhaus als Spitze des technisch Sinnvollen erwähnt worden. Die hier aufgeführten Argumente für diese Bauweise haben mich dann dazu gebracht, mich genauer mit den Vor- und Nachteilen dieses Baustandards zu beschäftigen. Hierzu habe ich einige Bücher speziell zum Thema Passivhaus, aber auch viele Prospekte und Broschüren zum energiesparenden Bauen allgemein gelesen. Dabei wurde mir schnell klar, dass die Passivhausbauweise nicht nur eine Idee einiger "Ökoaktivisten" ist, sondern nur der konsequenten Umsetzung des technisch sinnvoll Machbaren beim Hausbau entspricht. Also stand schnell fest: Wir bauen ein Passivhaus.

Nach dieser Entscheidung sollte es dann an die weitere Planung gehen. Wir haben uns dann auf einigen Baumessen umgesehen und viele Gespräche mit Hausbauern und Handwerkern geführt. Zu meinem Erstaunen war vielen dieser "Menschen vom Fach" der Begriff Passivhaus entweder gar nicht geläufig oder das gezeigte Wissen war sehr unvollständig oder sogar falsch. Wenn ich diese Gespräche zu Beginn unserer Planung geführt hätte, wäre ich davon überzeugt gewesen, dass ein Passivhaus nicht funktionieren kann und hätte vermutlich ein "normales" Haus gebaut. Zumindest hätten wir "zur Sicherheit" mindestens eine konventionelle Heizung eingebaut.

Dass hierin gerade der Ansatz des Passivhauses besteht, nämlich die Dämmung so zu erhöhen, dass der restliche Wärmebedarf durch die Erwärmung der Zuluft gedeckt werden kann und somit ein Teil der Mehrkosten durch den Wegfall des konventionellen Heizungssystems ausgeglichen werden kann, scheint nicht bekannt zu sein. Kein Wunder wenn dann viele der Meinung sind, dass Passivhäuser viel teurer sind, wenn die Vorteile, die den Preis reduzieren, "zur Sicherheit" überflüssigerweise doch eingeplant werden.

Natürlich ist ein Passivhaus zunächst in der Herstellung meist etwas teurer als ein konventionelles Haus. Aber wenn man überlegt, dass ein normales Haus im Laufe der Zeit ungefähr soviel Energiekosten verursacht wie die Herstellung zu Beginn gekostet hat, kommt es nur auf die betrachtete Zeitspanne an, wann sich der Bau eines Passivhauses lohnt. Also nicht ob, sondern nur wann. Außerdem handelt es sich bei den Mehrkosten ja nicht um Mehrkosten ohne Gegenwert, sondern man erhält üblicherweise ein entsprechend qualitätiv hochwertiges Eigenheim (der richtige Baupartner vorausgesetzt). Mehr dazu später in den Unterkapiteln dieser Seite.

Wenn bei ihnen die Entscheidung für eine Bauweise ansteht und Sie lieber Argumenten anstelle von Vorurteilen Glauben schenken, werden Sie bestimmt auch ein Passivhaus in die engere Wahl nehmen. Lassen Sie sich dann nicht verunsichern, sondern suchen Sie nach einem geeigenten Baupartner, der die nötige Sorgfalt und das Fachwissen mitbringt, um ein Passivhaus bauen zu können.

Einzelheiten zu unserer weiteren Planung, zum Bauablauf und zur von uns letztendlich eingesetzten Technik finden sich in den Unterkapiteln dieses Abschnitts.